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Verdauung bei Hunden und Katzen PDF Drucken E-Mail

Anatomie und Physiologie - Der Weg der Nahrung...

 

Der Verdauungstrakt beginnt mit der Mundhöhle und endet mit dem After. Heutzutage wird sehr leichtfertig die Qualität von Tiernahrung dadurch bewertet, wie der Rest hinten wieder raus kommt. Fester und voluminöser Kot ist kein Garant - dass zwischen Eingang und Ausgang alles mit rechten Dingen zugeht.

Aber natürlich spielt die Kotquantität und -qualität eine große Rolle bei der Beurteilung der Verdauung.

Prinzipiell sollte er von nicht zu großer Menge sein, bräunliche Farbe haben (leicht glänzend) und in geformten Stücken mühelos abgesetzt werden (1 -2 x täglich). Dann ist's gut!

Aber beginnen wir von vorne. In der Mundhöhle sollte das Futter zerkleinert und mit ausreichend Speichelflüssigkeit durchmengt werden. Viele Hunde und Katzen schlingen das Futter und schlucken den Speichel mit ab, was auch in Ordnung ist. Über die Speiseröhre kommt die Nahrung in den Magen, wo sie so lange verbleibt bis das vorhandene Fett gut emulgiert ist und sich der Pförtner (Magenausgang) öffnet und der Magen den Brei in den Darm drückt.

Der Darmkanal besteht prinzipiell aus dem Dünndarm (chemische Bearbeitung des Speisebreies, Resorption der wichtigsten Bestandteile) und dem Dickdarm (bakteriologische Fermentation und Wasseraufnahme). In den Dünndarm entleeren sich die Bauchspeicheldrüse und die Leber - die beiden wichtigsten an der Verdauung beteiligten Drüsen.

Die Bauchspeicheldrüse gibt Säfte vor allem zur Fettverdauung ab und die Leber vor allem zur Eiweiß- und Kohlenhydratzerkleinerung. Diese kleinen Bausteine und viele Vitamine und Mineralstoffe können nun über die Darmwand aufgenommen werden.

Im Dünndarm wird die Nahrung in die einzelnen Bausteine (Kohlenhydrate, Eiweiße und Spaltprodukte, Fette, Vitamine, Salze, Wasser) zerlegt und durch Enzyme aufgespalten:

  • Lipasen spalten die Fette
  • Amylasen spalten Mehrfachzucker (z. B. Stärke)
  • Proteasen spalten Eiweiße (Proteine)

Diese Enzyme werden über die Bauchspeicheldrüse an den Darm abgegeben.

Die Leber schickt nun die Galle mit Ihren Gallensalzen in das Darminnere, die bei der Fettverdauung helfen.

Diese kleinsten aufgespaltenen Bestandteile werden nun über die Schleimhautzellen in das Blut bzw. die Lymphe des Körpers aufgenommen und überall dort hin transportiert, wo sie gebraucht werden.

Der Dickdarm (Speicher, Abfallentsorger und Immunsystem) dient unter anderem als Speicher für Nahrungsreste und Abfallprodukte. Diese werden über den After nach außen entlassen. Die Erkennung von Giftstoffen gehört ebenfalls zu seinem Aufgaben.

Darmbakterien - Unentbehrliche Helfer:

Es gibt ca. 10-100-mal mehr Darmbakterien (Darmflora) als Zellen des Gesamtorgansimus. Ohne diese Darmbakterien würden wir in kürzester Zeit keine ordnungsgemäße Verdauung haben und simpel und ergreifend sterben.

Diese Mikroorgansimen helfen schwer verdauliche Bestandteile zu verarbeiten und pathogenen (krankmachende) Keime unschädlich zu machen. Sie stehen im Informationsaustausch mit Immunzellen der Darmwand). Darmbakterien produzieren u. a. das lebenswichtige Vitamin K.

Wie werden pathogene Keime nach Aufnahme in den Darm bekämpft:

  • Salzsäure des Magensaftes
  • Spezielle Enzyme im Dünndarm
  • Schleimbarriere des Darmes
  • Darmflora

VR Dr. Günther Wanivenhaus, Tierklinik Bruck / Leitha

 
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